Gestern, 12:44 - Wörter:
Triggerwarnung: dieses RPG ist L3S3V3 und kann belastende Inhalte wie Brand/Feuer, Entstellung, Ausgrenzung, Einsamkeit, Angst, Gewalt, Armut und erotische Szenen enthalten.
Elsa | Appearance
Herbst | später Nachmittag | ein verlassener Jagdsitz in einem dunklen Wald
Ich weiß inzwischen nicht mehr, ob es Tage oder bereits Wochen sind, die ich allein durch den Wald streife. Auf mich gestellt, ohne Vorräte und mit nichts als der schlichten Kleidung auf meiner Haut, die längst nicht mehr wärmt, sondern nur noch wie eine zweite, feuchte Schicht an mir klebt.
Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Man kann spüren, dass ein harter Winter bevorsteht. Nur wenn die schwache Herbstsonne sich tagsüber durch die lichten Baumkronen kämpft, kehren Trockenheit und ein Hauch von Wärme in meinen Körper zurück. Doch ich weiß, dass selbst dieses kümmerliche Licht bald verschwunden sein wird. Vielleicht schon in wenigen Tagen.
Also beschleunige ich meinen Schritt. Stolpere über Wurzeln, ducke mich unter tief hängenden Ästen hindurch, schiebe mich durch Dornengestrüpp. Immer weiter auf der Suche nach einem Weg, von dem ich längst abgekommen bin. Manchmal, mit etwas Glück, finde ich einen Strauch mit Beeren oder Nüssen. Doch den dumpfen Hunger, der mich unablässig begleitet, nehme ich kaum noch wahr. Wenn man nur lange genug wartet, wird er leise. Doch wenn er zurückkehrt, dann dafür umso lauter.
Als ich plötzlich etwas vor mir aufragen sehe, traue ich meinen Augen kaum. Eine steinerne Mauer hier mitten im Wald. Ich lege eine Hand an das kühle Gestein, um mich davon zu überzeugen, dass sie nicht nur eine Halluzination ist. Sie ist real. Moos wächst in dichten, dunklen Polstern über die Fugen, und das Mauerwerk ist so alt, dass sich der Stein rau und porös anfühlt. Mein Puls beschleunigt sich als Hoffnung in mir aufsteigt und ich schicke ein stummes Stoßgebet gen Himmel. Habe ich etwa doch die richtige Richtung eingeschlagen und bin an meinem Ziel angelangt?
Doch wie eine Stadtmauer wirkt es nicht auf mich. Sie ist zu niedrig, zu nah an den Bäumen, zu verwachsen. Eher wie die Begrenzung eines vergessenen Besitzes. Immer wieder stütze ich mich an ihr ab, während ich mich zwischen dem kalten Stein und den dichten Sträuchern hindurchzwänge, die an meiner Haut kratzen. Dornen greifen nach meinen Ärmeln, Zweige zerren an meinem Kleid, als wollten sie mich zurückhalten. Ich folge der Mauer, Schritt für Schritt, bis ich schließlich ein Tor erreiche.
Ein eisernes Gittertor, hoch wie die Mauer selbst, schwer, mit rostigen Streben und spitzen Enden, die wie stumpfe Zähne nach oben ragen. Von innen ist es mit einer dicken Kette und einem großen Schloss gesichert. Es wirkt nicht nur verschlossen, es wirkt verriegelt. So als sollte es niemals geöffnet werden. Doch zwischen den Stäben hindurch kann ich sehen, was dahinter liegt.
Ein schmaler, überwucherter Weg zieht sich hinein in das Gelände, kaum noch als solcher zu erkennen. An den Rändern wachsen Brennnesseln und Dornen, und ein paar wilde Ranken klettern an der Mauer empor. Aber dazwischen erkennt man klare Linien. Ein schmaler Pfad, festgetretene Erde, die nicht von Moos oder Gras zurückerobert wurde. Beete, ordentlich eingefasst, manche bereits abgeerntet, andere noch mit winterhartem Grün. Kohl vielleicht, Lauch, Kräuter, die selbst im Herbst standhaft bleiben. Holzpfähle stützen eine Reihe rankender Pflanzen und an einer Stelle liegt ein Haufen gehackten Holzes, sorgfältig aufgeschichtet und mit Reisig bedeckt, damit es trocken bleibt.
Hinter dem Garten steht ein Haus, ein gedrungenes Steingebäude mit dunklem, schindelgedecktem Dach. Die Fenster sind klein, doch die Läden hängen ordentlich in den Angeln. Neben dem Haus steht ein kleines Nebengebäude. Ein Schuppen oder Stall, niedrig und schlicht, aber stabil. Ein paar Werkzeugstiele lehnen an der Wand, und im Schlamm vor dem Eingang zeichnen sich Spuren ab, als wäre erst vor Kurzem jemand dort gewesen. Und dann sehe ich es. Aus dem Kamin des Hauses steigt Rauch auf.
Es ist kein verlassener Ort. Es ist ein Ort, an dem noch immer jemand lebt und arbeitet. Doch über alldem liegt Stille. Nicht die gewöhnliche Stille des Waldes, die von Vogelrufen oder raschelnden Blättern durchbrochen wird. Sondern eine schwere, bleierne Ruhe, als würde selbst der Wind zögern, diesen Ort zu berühren.
Der Feuerteufel
Elsa | Appearance
Herbst | später Nachmittag | ein verlassener Jagdsitz in einem dunklen Wald
Ich weiß inzwischen nicht mehr, ob es Tage oder bereits Wochen sind, die ich allein durch den Wald streife. Auf mich gestellt, ohne Vorräte und mit nichts als der schlichten Kleidung auf meiner Haut, die längst nicht mehr wärmt, sondern nur noch wie eine zweite, feuchte Schicht an mir klebt.
Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Man kann spüren, dass ein harter Winter bevorsteht. Nur wenn die schwache Herbstsonne sich tagsüber durch die lichten Baumkronen kämpft, kehren Trockenheit und ein Hauch von Wärme in meinen Körper zurück. Doch ich weiß, dass selbst dieses kümmerliche Licht bald verschwunden sein wird. Vielleicht schon in wenigen Tagen.
Also beschleunige ich meinen Schritt. Stolpere über Wurzeln, ducke mich unter tief hängenden Ästen hindurch, schiebe mich durch Dornengestrüpp. Immer weiter auf der Suche nach einem Weg, von dem ich längst abgekommen bin. Manchmal, mit etwas Glück, finde ich einen Strauch mit Beeren oder Nüssen. Doch den dumpfen Hunger, der mich unablässig begleitet, nehme ich kaum noch wahr. Wenn man nur lange genug wartet, wird er leise. Doch wenn er zurückkehrt, dann dafür umso lauter.
Als ich plötzlich etwas vor mir aufragen sehe, traue ich meinen Augen kaum. Eine steinerne Mauer hier mitten im Wald. Ich lege eine Hand an das kühle Gestein, um mich davon zu überzeugen, dass sie nicht nur eine Halluzination ist. Sie ist real. Moos wächst in dichten, dunklen Polstern über die Fugen, und das Mauerwerk ist so alt, dass sich der Stein rau und porös anfühlt. Mein Puls beschleunigt sich als Hoffnung in mir aufsteigt und ich schicke ein stummes Stoßgebet gen Himmel. Habe ich etwa doch die richtige Richtung eingeschlagen und bin an meinem Ziel angelangt?
Doch wie eine Stadtmauer wirkt es nicht auf mich. Sie ist zu niedrig, zu nah an den Bäumen, zu verwachsen. Eher wie die Begrenzung eines vergessenen Besitzes. Immer wieder stütze ich mich an ihr ab, während ich mich zwischen dem kalten Stein und den dichten Sträuchern hindurchzwänge, die an meiner Haut kratzen. Dornen greifen nach meinen Ärmeln, Zweige zerren an meinem Kleid, als wollten sie mich zurückhalten. Ich folge der Mauer, Schritt für Schritt, bis ich schließlich ein Tor erreiche.
Ein eisernes Gittertor, hoch wie die Mauer selbst, schwer, mit rostigen Streben und spitzen Enden, die wie stumpfe Zähne nach oben ragen. Von innen ist es mit einer dicken Kette und einem großen Schloss gesichert. Es wirkt nicht nur verschlossen, es wirkt verriegelt. So als sollte es niemals geöffnet werden. Doch zwischen den Stäben hindurch kann ich sehen, was dahinter liegt.
Ein schmaler, überwucherter Weg zieht sich hinein in das Gelände, kaum noch als solcher zu erkennen. An den Rändern wachsen Brennnesseln und Dornen, und ein paar wilde Ranken klettern an der Mauer empor. Aber dazwischen erkennt man klare Linien. Ein schmaler Pfad, festgetretene Erde, die nicht von Moos oder Gras zurückerobert wurde. Beete, ordentlich eingefasst, manche bereits abgeerntet, andere noch mit winterhartem Grün. Kohl vielleicht, Lauch, Kräuter, die selbst im Herbst standhaft bleiben. Holzpfähle stützen eine Reihe rankender Pflanzen und an einer Stelle liegt ein Haufen gehackten Holzes, sorgfältig aufgeschichtet und mit Reisig bedeckt, damit es trocken bleibt.
Hinter dem Garten steht ein Haus, ein gedrungenes Steingebäude mit dunklem, schindelgedecktem Dach. Die Fenster sind klein, doch die Läden hängen ordentlich in den Angeln. Neben dem Haus steht ein kleines Nebengebäude. Ein Schuppen oder Stall, niedrig und schlicht, aber stabil. Ein paar Werkzeugstiele lehnen an der Wand, und im Schlamm vor dem Eingang zeichnen sich Spuren ab, als wäre erst vor Kurzem jemand dort gewesen. Und dann sehe ich es. Aus dem Kamin des Hauses steigt Rauch auf.
Es ist kein verlassener Ort. Es ist ein Ort, an dem noch immer jemand lebt und arbeitet. Doch über alldem liegt Stille. Nicht die gewöhnliche Stille des Waldes, die von Vogelrufen oder raschelnden Blättern durchbrochen wird. Sondern eine schwere, bleierne Ruhe, als würde selbst der Wind zögern, diesen Ort zu berühren.

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