22.01.2026, 23:30 - Wörter:
Der Fluch der Vicander
„Die Seele ist nicht der Geist. Was war, muss nicht werden.“
Dies waren die Worte, die man an der Akademie sprach, als Tristan Vicander als Reinkarnation eines mächtigen dunklen Magiers identifiziert wurde, der vor Jahrhunderten das Reich terrorisiert hat. Man nahm den Jungen auf, bildete ihn aus und legte ihm sämtliches Wissen zu Füßen. Und die Geschichte wiederholte sich.
Als man Tristan wegen seiner Taten endlich der Akademie verwies und ihm Einhalt gebieten wollte, war es bereits zu spät. Seine Macht wuchs außerhalb zivilisierter Orte in einem erschreckenden Ausmaß.
Um die Tragödie verstehen zu können, die seit einigen Jahren nur „der Fluch der Vicander“ genannt wird, müssen wir zuerst über Mórag sprechen.
Mórag, das war der wohl gefürchtetste Mann im Reich Vraesaria vor fast fünfhundert Jahren. Jeder Magier hat eine Affinität zu einer bestimmten Form der Magie. Die meisten erfahren nie, was diese ist, doch wer es herausfindet und sich darin schult, wird sein Leben lang und darüber hinaus als Meister seines Fachs gelten.
Mórags Affinität war die Nekromantie.
Zu seiner Zeit tyrannisierte er das Reich in seiner Gesamtheit mit Armeen von Untoten, Dämonen und Angehörigen der Wildlingsstämme. Mit seiner geballten Macht herrschte er von der Nekropole Halas im Nordosten des Landes aus und zwang das Reich und seine Herrscher beinahe in die Knie.
Bezwungen wurde der dunkle Herrscher von einem Bund mächtiger Zauberer, die in den Kriegskünsten geschult waren. Armeen fielen, um ihnen eine Gelegenheit zu verschaffen und schließlich wurde Mórag in seiner eigenen Festung getötet.
Der Alptraum schien vorbei und die dunklen Künste wurden aus allen angesehenen Institutionen des Landes verbannt.
Jahrhunderte später, da wurde ein Junge namens Tristan Vicander in eine unscheinbare Familie auf dem Land geboren. Der Junge war freundlich und schlau und als er den Angehörigen des höchsten Entscheidungsorgans der Magierschaft Vraesarias auffiel, erkannten diese sein magisches Talent.
Es dauerte nicht lange und Tristan wurde – durch geheime magische Prozeduren und Merkwürdigkeiten – als die lebendige Inkarnation der Seele des bösen Mórag ausgemacht. Natürlich wurde die Information geheim gehalten.
Doch „Sie Seele ist nicht der Geist. Was war, muss nicht werden“, sagte man sich und groß war die Versuchung, den bescheidenen gutaussehenden Jungen mit dem großen magischen Erbe in die Geheimnisse der Kunst einzuweihen.
Das sollte sich als schwerwiegender Fehler entpuppen. In den nächsten Jahren legte man das Wissen der Akademie vor dem Lehrling offen, förderte ihn auf die exklusivste Weise, gab ihm alles. Lehrer waren stolz, ihn zu unterrichten, Schüler eiferten ihm nach. Und nach einer ganzen Weile wurde aus dem Gefühl der Ehre der Eindruck des Privilegs. Sein Hunger nach Wissen trieb Tristan in immer größere Höhen – und immer abgründigere Tiefen. Schon bald setzte er sich mit verbotenen Lehren auseinander und was er dort fand, das korrumpierte ihn schlussendlich vollends.
Dunkle Mächte, sie flüstern zu einem, reden einem Überlegenheit und Macht ein. Und versprechen noch so viel mehr…
Und wieder war es zu spät, als es auffiel. Tristan hatte Gleichgesinnte der Akademie um sich geschart, politische Würdenträger bedrängt und Unruhen verursacht. Durch Experimente starben Menschen und schließlich konnte die Akademie nicht mehr tatenlos zuschauen.
Der folgende Kampf weitete sich zu einer Schlacht aus, die einen ganzen Stadtteil Imdalins, der Hauptstadt, zerstörte. Am Ende mussten Tristan und seine Getreuen fliehen. Aber das sollte sich bald als nur kleiner Trost erweisen. Denn der neue dunkle Magier soll angeblich die Wildstämme unterworfen haben und sich auf Krieg gegen das Reich vorbereiten. All das, um auch die letzten Geheimnisse seines Vorgängers ergründen und sein Werk vollenden zu können.
Nachdem Tristan geflohen war, wurden die Rufe nach Konsequenzen laut. Schon bald starteten Akademie und Herrschaft Imdalins eine Strafexpedition nach Kestria, der Heimat des Abtrünnigen. Diese Expedition hatte zwei Gründe: Der erste war, dass man sich erhoffte, Tristan würde seiner Familie zu Hilfe eilen und man könne ihn dort töten.
Der zweite Grund war der Druck der Bevölkerung, die nach Vergeltung schrie. Jemand musste für die Taten des dunklen Magiers büßen. Und seine noch in dem Dorf lebende Familie trug den Preis für seine Machtgier.
Als Kestria brannte, wurde das Wissen um diese Tat verschleiert. Die Vicander wurden als Familie von Dämonenanbetern verschrien, als Gefolgsleute ihres ältesten Sohnes. Als Monster. Und aus einer Strafexpedition wurde ein heiliger Kreuzzug gemacht. Diese Nacht der Flammen wurde seitdem „Der Fluch der Vicander“ genannt, in dem dieses bösartige Geschlecht von der Erde getilgt worden war…
Dies waren die Worte, die man an der Akademie sprach, als Tristan Vicander als Reinkarnation eines mächtigen dunklen Magiers identifiziert wurde, der vor Jahrhunderten das Reich terrorisiert hat. Man nahm den Jungen auf, bildete ihn aus und legte ihm sämtliches Wissen zu Füßen. Und die Geschichte wiederholte sich.
Als man Tristan wegen seiner Taten endlich der Akademie verwies und ihm Einhalt gebieten wollte, war es bereits zu spät. Seine Macht wuchs außerhalb zivilisierter Orte in einem erschreckenden Ausmaß.
Um die Tragödie verstehen zu können, die seit einigen Jahren nur „der Fluch der Vicander“ genannt wird, müssen wir zuerst über Mórag sprechen.
Mórag, das war der wohl gefürchtetste Mann im Reich Vraesaria vor fast fünfhundert Jahren. Jeder Magier hat eine Affinität zu einer bestimmten Form der Magie. Die meisten erfahren nie, was diese ist, doch wer es herausfindet und sich darin schult, wird sein Leben lang und darüber hinaus als Meister seines Fachs gelten.
Mórags Affinität war die Nekromantie.
Zu seiner Zeit tyrannisierte er das Reich in seiner Gesamtheit mit Armeen von Untoten, Dämonen und Angehörigen der Wildlingsstämme. Mit seiner geballten Macht herrschte er von der Nekropole Halas im Nordosten des Landes aus und zwang das Reich und seine Herrscher beinahe in die Knie.
Bezwungen wurde der dunkle Herrscher von einem Bund mächtiger Zauberer, die in den Kriegskünsten geschult waren. Armeen fielen, um ihnen eine Gelegenheit zu verschaffen und schließlich wurde Mórag in seiner eigenen Festung getötet.
Der Alptraum schien vorbei und die dunklen Künste wurden aus allen angesehenen Institutionen des Landes verbannt.
Jahrhunderte später, da wurde ein Junge namens Tristan Vicander in eine unscheinbare Familie auf dem Land geboren. Der Junge war freundlich und schlau und als er den Angehörigen des höchsten Entscheidungsorgans der Magierschaft Vraesarias auffiel, erkannten diese sein magisches Talent.
Es dauerte nicht lange und Tristan wurde – durch geheime magische Prozeduren und Merkwürdigkeiten – als die lebendige Inkarnation der Seele des bösen Mórag ausgemacht. Natürlich wurde die Information geheim gehalten.
Doch „Sie Seele ist nicht der Geist. Was war, muss nicht werden“, sagte man sich und groß war die Versuchung, den bescheidenen gutaussehenden Jungen mit dem großen magischen Erbe in die Geheimnisse der Kunst einzuweihen.
Das sollte sich als schwerwiegender Fehler entpuppen. In den nächsten Jahren legte man das Wissen der Akademie vor dem Lehrling offen, förderte ihn auf die exklusivste Weise, gab ihm alles. Lehrer waren stolz, ihn zu unterrichten, Schüler eiferten ihm nach. Und nach einer ganzen Weile wurde aus dem Gefühl der Ehre der Eindruck des Privilegs. Sein Hunger nach Wissen trieb Tristan in immer größere Höhen – und immer abgründigere Tiefen. Schon bald setzte er sich mit verbotenen Lehren auseinander und was er dort fand, das korrumpierte ihn schlussendlich vollends.
Dunkle Mächte, sie flüstern zu einem, reden einem Überlegenheit und Macht ein. Und versprechen noch so viel mehr…
Und wieder war es zu spät, als es auffiel. Tristan hatte Gleichgesinnte der Akademie um sich geschart, politische Würdenträger bedrängt und Unruhen verursacht. Durch Experimente starben Menschen und schließlich konnte die Akademie nicht mehr tatenlos zuschauen.
Der folgende Kampf weitete sich zu einer Schlacht aus, die einen ganzen Stadtteil Imdalins, der Hauptstadt, zerstörte. Am Ende mussten Tristan und seine Getreuen fliehen. Aber das sollte sich bald als nur kleiner Trost erweisen. Denn der neue dunkle Magier soll angeblich die Wildstämme unterworfen haben und sich auf Krieg gegen das Reich vorbereiten. All das, um auch die letzten Geheimnisse seines Vorgängers ergründen und sein Werk vollenden zu können.
Nachdem Tristan geflohen war, wurden die Rufe nach Konsequenzen laut. Schon bald starteten Akademie und Herrschaft Imdalins eine Strafexpedition nach Kestria, der Heimat des Abtrünnigen. Diese Expedition hatte zwei Gründe: Der erste war, dass man sich erhoffte, Tristan würde seiner Familie zu Hilfe eilen und man könne ihn dort töten.
Der zweite Grund war der Druck der Bevölkerung, die nach Vergeltung schrie. Jemand musste für die Taten des dunklen Magiers büßen. Und seine noch in dem Dorf lebende Familie trug den Preis für seine Machtgier.
Als Kestria brannte, wurde das Wissen um diese Tat verschleiert. Die Vicander wurden als Familie von Dämonenanbetern verschrien, als Gefolgsleute ihres ältesten Sohnes. Als Monster. Und aus einer Strafexpedition wurde ein heiliger Kreuzzug gemacht. Diese Nacht der Flammen wurde seitdem „Der Fluch der Vicander“ genannt, in dem dieses bösartige Geschlecht von der Erde getilgt worden war…
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