Gestern, 20:41 - Wörter:
Eine Schubkarre voll Schuld und Sühne
Notker verschönert Hagens Auto
Spielende Charaktere:
Hagen von Gersdorff & Notker Lotfried x Wookie x Floyd
Vereinbarung:
- Antwortfrist: 1 Monat
- Wenn länger abwesend:Beenden
- Wenn jemand ausfällt: Beenden
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HAGEN VON GERSDORFF
Kieselsteine spickten seitlich fort, als die schwarze Luxuslimousine mit ihrem V8-Motor auf dem Gelände des städtischen Saatzuchtbetriebs stehenblieb. Das Auto wirkte wie ein Fremdkörper auf dem Gelände, auf welchem seit der Wiedervereinigung Deutschlands die Saatzucht von Nutz- und Blumenpflanzen weiterbetrieben wurde. Wie viel Arbeit, Forschung und Geld in die Qualität hineingesteckt wurde, liess sich auf den ersten Blick gar nicht erkennen. Das Betriebsgebäude war vor zweihundert Jahren aus den Steinen des einstigen Wohnhauses der Gersdorfer Burg erbaut worden, ebenso die Lagergebäude und die Mauern. Einzig den achteckigen Bergfried hatte man stehenlassen. Als Denkmal. Oder einfach weil es zu gefährlich war, ihn abzubrechen.
Hagen wusste das nicht so genau. Es spielte auch keine Rolle. Der Turm stand mittlerweile unter Denkmalschutz und war verschlossen. Wer Zutritt wollte, musste hier nachfragen und bekam dann eigentlich stets den Schlüssel ausgehändigt.
Heute war Hagen aber nicht hier, weil er eine Leiter besteigen wollte, sondern um nach dem Rechten zu sehen. Das tat er gelegentlich, denn die Gersdorfer Burg war immer noch sein Land, welches ihm seine Eltern vererbt oder vielmehr abgetreten hatten. Er brauchte es nicht, er konnte auf die Einnahmen durch die Pacht verzichten, schliesslich verdiente er sein Geld längst mit seiner eigenen Firma Gersdorff Investments, mit welcher er in hauptsächlich städtischen Gebieten alte Industriegebäude oder Wohnanlagen kaufte, abriss und Neubauten im höheren und Luxus-Preissegment bauen liess. Hagen war reich. Seine Eltern und seine Geschwister waren reich. Und das liessen sie gerne auch heraushängen. Anders kannten sie es aber auch gar nicht. Hagen sah nicht ein, warum er seinen Erfolg verstecken sollte. Also leistete er sich teure Autos, weil er Autos liebte und schon 1907 das erste Mal mit einem gefahren war.
Als er den Motor abstellte, verstummte auch Kylie Minogue mitten in ihrem 'Come into my world'. Hagen liebte die grossen weiblichen und singenden Weltstars. Tina Turner, Kylie Minogue, Lady Gaga, Cher und wie sie noch alle hiessen.
Er liebte auch gepflegte Schuhe, weshalb er sie trotz der ihm bekannten Bodenbeschaffenheit auf dem Gelände anhatte. Hagen besass aber auch keine anderen Schuhe als lackierte Schnürschuhe, für die man mindestens dreihundert Euro hinblättern musste. Und wie die Schuhe war auch der Rest an ihm absolut einwandfrei. Hagen trug stets Anzüge. Anzugshosen, ein Hemd, gelegentlich eine Weste, eine Anzugsjacke. Diese hing jetzt aber an einem Kleiderbügel am Rücksitz. Die schwarze Hose und das schwarze Gilet waren Massanfertigungen, ebenso das weisse Hemd, von welchem die Ärmel bis zu den Ellbogen hochgekrempelt waren.
Er stieg aus, schob sich die Maybach-Sonnenbrille zurecht und schloss die Autotür hinter sich.
Man kannte ihn. Mehr oder weniger. Nicht jeder Angestellte war mit ihm vertraut, doch alle wussten, dass er ab und an hier auftauchte und mit dem Chef oder einem Leiter ein paar Worte tauschte.
Vor wenigen Monaten noch hatte Hagen seinen Lebensmittelpunkt in Hannover gehabt. Noch immer besass er dort seine Penthousewohnung, doch für das Projekt 'Freizeitpark' war er vorübergehend nach Quedlinburg gezogen. Zwei oder drei Jahre hatte er geplant, zu bleiben. Je nachdem, wie sich das Projekt gestaltete. Und deshalb war er nun auch öfters hier.
Es war der zwölfte Mai. Ein sonniger Tag, der endlich etwas wärmere Temperaturen mit sich brachte. Doch nur aufgrund der Sonne trug Hagen seine Sonnenbrille nicht. Er verbarg darunter ein Veilchen, welches sich mittlerweile in grüne, gelbe und violette Töne gewandelt hatte. Die Sonnenbrille war nicht gross genug, um alles abdecken zu können, aber das war auch nicht schlimm. Hagens Selbstbewusstsein war nämlich umso grösser, dass er sich damit präsentierte und sich nicht beschämt versteckte.
Auf dem Gelände war nicht viel los. Es kam jedoch gerade jemand um die Ecke. Perfekt. Hagen würde nämlich nicht auf die Suche nach irgendwem gehen. Er war es gewohnt, dass man ihn hinführte - oder eben die gesuchten Leute zu ihm brachte.
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