Vor 9 Stunden - Wörter:
Am Anfang war das Chaos - am Ende auch
Notker besucht Hagen im Büro
Spielende Charaktere:
Hagen von Gersdorff & Notker Lotfried x Wookie x Floyd
Vereinbarung:
- Antwortfrist: 1 Monat
- Wenn länger abwesend:Beenden
- Wenn jemand ausfällt: Beenden
Diese Übersicht wird automatisch generiert und kann nicht manuell verändert werden. Änderungen erfolgen über die Szeneneinstellungen. Bearbeite hierzu diesen Beitrag idealerweise nur in Absprache mit deine(n) Spielpartner(n).
HAGEN VON GERSDORFF
19 Uhr.
Für Hagen waren derart lange Arbeitstage keine Seltenheit. Sie waren nur in den letzten Wochen etwas seltener geworden, weil sich in seinem Privatleben tatsächlich etwas ergeben hatte, was Hagen priorisierte. Es gab jetzt nämlich jemanden, der ihn erwartete. Natürlich nicht täglich, das behaupteten sie beide, auch wenn sie sich so gut wie täglich sahen, weil es eben immer irgendeinen Grund gab, sich sehen zu müssen. Auch zu späterer Stunde noch, weil, nun weil das eben einfach so war.
Dennoch kam er meistens nie vor acht Uhr abends nach Hause, entsprechend lag der heutige abendliche Termin nicht ausserhalb von Hagens Gewohnheiten.
Die Büroräumlichkeiten gab es seit März dieses Jahres. Es war eine vorübergehende Zweigniederlassung seiner Firma, weil Hagen den riesigen Harzer Freizeitpark hier plante und wegen der ganzen Abklärungen vor Ort in seiner Heimat sein wollte. Hannover lag zwar nicht weit weg, aber mit dem Auto dauerte es doch eine ganze Weile, bis man von einem Ort zum anderen gelang.
Betrat man das Büro, wurde man von einem grossen Raum empfangen, in welchem mehrere äusserst moderne Arbeitsplätze untergebracht waren. Nichts in der Inneneinrichtung war dem Zufall überlassen worden, man sah weder irgendwo einen Kabelsalat noch uralte Geräte. Die Einrichtung wirkte zeitlos, aber nicht steril, denn der grosszügige Raum wurde mit Pflanzen und Gemälden aufgelockert und die grossen Fensterfronten liessen eine Menge Licht herein. An der fensterlosen Seite gab es ein Sitzungszimmer, welches mit einer Glasfront versehen war. Selbstverständlich konnte man dieses Zimmer abdunkeln, aber die pikanten und wichtigen Gespräche führte Hagen in seinem eigenen Büro, welches am anderen Ende des grossen Büroraumes lag und dessen Tür geschlossen war.
Hagens Büro war von Bodo Schwarz verwüstet worden, nachdem dieser mit seinem Freund und Hagens ehemaligen 'Sucher' zu Besuch gekommen war. Die Begegnung hatte unschön geendet. Hagen hatte von beiden je einen Faustschlag ins Gesicht erhalten und Bodo hatte sein Büro unter Wasser gesetzt. Seither hatte er von Lando nichts mehr gehört, egal wie sehr er sich bemühte, ihn ausfindig zu machen.
Die Arbeit konnte dennoch nicht liegenbleiben und auch wenn Hagen mit der Schmach, die deutlich in seinem Gesicht zu sehen gewesen war, erst einmal alle persönlichen Termine abgesagt oder verschoben hatte, war er täglich ins Büro gekommen. Seine Angestellten hatten das erfahren, was er sie hatte wissen lassen. Nicht mehr und nicht weniger. Er hatte von einem Missverständnis gesprochen und einer übertriebenen Reaktion eines Mannes, der je nach Situation emotional reagierte (Bodo, den er aber namentlich nicht erwähnte).
Trotz seiner Eitelkeit war er selbstbewusst genug, um sich nicht beschämt zu verkriechen. Er hatte die Blamage hingenommen und damit auch dafür gesorgt, dass er zu keinem Zeitpunkt geschwächt oder in seinem Selbstbewusstsein erschüttert wahrgenommen wurde. Denn das war er auch nie gewesen.
Seine Arbeit erledigte er seither allerdings im Sitzungszimmer, wo ihn die Angestellten bei Lust und Laune durch die Glasfront beobachten konnten, aber nicht dabei erwischt werden wollten. Hagen war allerdings auch ein Geschäftsmann, der viel unterwegs war, und so kam es auch immer wieder vor, dass er stundenweise ausserhalb des Büros war.
Heute hatte sich das Büro aber schon reichlich geleert. Sogar Frau Kling hatte sich vor wenigen Minuten verabschiedet, da sie noch einige Aufträge für Hagen zu erledigen hatte. Und deshalb befanden sich nur noch er und die Praktikantin Leah-Salome Wagner im Büro. Hagen hatte bisher kaum ein Wort mit der jungen Frau gesprochen, da es einfach keinen Grund gegeben hatte, das zu tun. Er wusste, wie sie hiess und wieso sie hier war, mehr kümmerte ihn aber nicht. Für die Ausbildungen der jungen Generationen waren andere zuständig und Hagen vertraute auf deren Professionalität und Urteilen.
Dass es sich bei Frau Wagner nicht um irgendeinen Menschen handelte, war ihm allerdings nicht bewusst, genauso wenig wie sie wusste, dass Hagen schon über eintausend Jahre lebte.
Alles, was sie über ihn wusste, stand im Firmenprofil, welches selbstverständlich alle paar Jahre angepasst wurde. Schliesslich sah Hagen, abgesehen von einigen Änderungen der Frisuren und Kleidungsstilen, seit des Karolingischen Zeitalters gleich jung oder alt aus.
Ausserdem wusste Leah-Salome Wagner das um neunzehn Uhr noch Besuch erwartet wurde. Warum sie überhaupt noch anwesend war, wusste Hagen allerdings auch nicht. Ihr stand es frei, ihren Feierabend selbst festzulegen. Dafür durfte sie aber auch länger bleiben, wenn sie noch Projekte für die Schule professionell hier gestalten oder lernen wollte. Sie besass einen Schlüssel. Ein Badge. Wie jeder Mitarbeiter, der hier ein- und ausging.
Hagen blickte von seinem Laptopbildschirm auf und sah aus der Glasfront direkt zu Leahs Arbeitsplatz. Sie war fleissig und lernwillig, soweit er wusste.
Er klappte den Laptop zu, stand auf und öffnete dann die Tür des Sitzungszimmers. Er sah kurz erneut zu ihr und dann zur Tür. "Er verspätet sich.", sagte er in einem sachlichen Ton, der nicht sofort erkennen liess, ob diese Feststellung lediglich eine Feststellung war oder ein Donnerwetter hinter sich herzog.
![[-] [-]](https://the-storyteller.eu/images/collapse.png)